Alles nur geklaut?

Meine Bewerbungsidee ist nicht neu
aber auch nicht geklaut!

Es war mir klar, dass der Vorwurf kommen würde, meine Bewerbungsidee sei nicht neu, ja sogar geklaut – ich dachte nur nicht, dass er so schnell kommen würde.
Aber gut, so ist „das Netz “ halt, die Dynamik ist schwer einzuschätzen und da ich damit gerechnet habe, erwischt es mich nicht unvorbereitet. Hier also mein Statement:

Zum Zeitpunkt, da meine Bewerbungskampagne (endlich) rollt gab es natürlich bereits die recht bekannten und genialen Bewerbungen von Robert Voigt (Frühjahr 2009) und dem potentiellen Google-Mitarbeiter Matthew Epstein (Sommer 2011).
Natürlich sieht es auf Grund der extremen zeitlichen Nähe zu GooglePlaseHire.Me so aus, als hätte ich mich dort inspirieren lassen, doch das ist definitiv nicht der Fall!

Die Grundidee für meine Bewerbung begann ich bereits Ende 2008 zu entwickeln.
Damals dachte ich noch an einen etwas anderen Stil, mir schwebte damals eine eher offline angelegte Kampagne mit einigen Plakatwänden an ausgesuchten Stellen vor.

Gegen März 2009 war mir dann klar, dass es neben einer Bewerbungswebseite auch ein Video geben wird, wie das genau aussehen sollte, wusste ich zwar noch nicht (ich dachte an eine Art Werbespot), aber ich konnte bereits einen befreundeten Fotografen dazu gewinnen, im April 2009 die passenden Bewerbungsbilder von mir zu machen.
In meine Euphorie über die schönen Bilder – „platzte“ dann meine wahre Inspirationsquelle für Webseite & Video: Robert Voigts Bewerbung

Im Mai 2009 wurde ich im von mir sehr geschätzten Blog DesignTagebuch auf einen Werbebanner aufmerksam „Robert sucht einen neuen Job“ – die verlinkte Webseite war angenehm klein gehalten: ein Video, PDF-Lebenslauf und Kontaktdaten.
Ich wusste sofort, so ähnlich sollte das bei mir auch aussehen und machte mich ans Werk.

Seither ist dann natürlich viel passiert.
Die Kampagne von Robert war mir zu „brav“, ich wollte ja auch in den Marketing-Bereich, da darf es dann ruhig etwas „lauter“ sein. Für meine geplante Kampagne brauchte ich auch neue Fotos, also ging es im August 2009 erneut ins Fotostudio nach Berlin.
(Dort musste ich übrigens feststellen, dass die Werbekampagne „Be Berlin“ irgendwie meine „BE-Werbung“ wie eine Kopie aussehen lassen würde …)
Irgendwann Ende Februar 2010 kam mir auch die zündende wie Idee, wie ich ich mir die Bewerbungsvideos genau vorstellte, es sollten mehrere werden und vor allem sollten sie nicht zu ernst sein.
Inspirationsquelle für „Epsidoe 4 HOWDY“ war übrigens das im Video verwendet Lied.
Ich war bei Kevin MacLeod für ein Video der Münsterhexen auf der Suche nach einem Cowboy-Lied und fand „Corncob“ – nachdem ich es ganz angehört hatte wusste ich, es passt nicht für die Münsterhexen, aber „das passt perfekt zur Musik meines Hauptvideos, das Lied muss in eines meiner Bewerbungsvideo!“
Ob ich unterbewusst auch noch durch das Barney Stinson Bewerbungsvideo aus How I Met Your Mother beeinflusst wurde weiß ich nicht. Ich kann definitiv nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es ich davor schon mal gesehen habe oder nicht.
Anfang April kam mir auch endlich die zündende Idee, wie die Kampagne heißen sollte, da mir „Ihr neuer Mitarbeiter“ aber fürs Web irgendwie nicht griffig genug war, registrierte ich am 17.4.2010 die Domain stellt-mich-ein.de

Da ich mein Studienende im Sommer 2010 erwartete, stellte ich die Webseite soweit fertig, plante den Videodreh und da ich auch einige Job-Messen besuchen wollte, bestellte ich meine Bewerbungsmappen in der Druckerei.
Eine komplette Fertigstellung der Webseite wurde übrigens durch ein einmaliges Angebot unterbrochen: Geschäfts- & Messereise nach China.
So gibt es also seit der „akademika 2010“ in Nürnberg immerhin einige Personalentscheider, die damals zwar die Webseite noch nicht gesehen haben, aber immerhin meine Mappe schon kennen.

Durch die Verzögerung meiner Bachelorprüfung war mein Interesse an dem Videoreh erst mal minimal und so verschob sich meine Bewerbungskampagne auf Sommer/Herbst 2011 – denn was bringt mir eine Bewerbung mit vielen Zusagen, wenn mir noch das Unizuegnis fehlt …

Natürlich war ich im Sommer nicht sehr erbaut, als ich über die Bewerbung von Matthew Eppstein stolperte, ist es doch im Grundedie gleiche Bewerbungskampagne wie bei mir.  Da ich aber bereits sehr lange an meiner Idee arbeite und meine Kampagne auch mehrfach überarbeitet und zum Teil auch drastisch verkleinert hatte – das ursprünglich geplante Budget steht mittlerweile ja leider nicht mehr zur Verfügung – ist es mir egal, ob es nun wie eine Kopie aussieht. Ich wollte diese Bewerbungsidee seit 2008 umsetzen und nun bin ich einfach nur froh, dass es endlich so weit ist!

 

Wenn man mir am Ende „Ideenklau“ vorwerfen will, dann bitteschön auf Robert Voigt beziehen und nicht auf Matthew Eppstein, denn unsere Bewerbungen unterscheiden sich dann doch in einigen „Details“:

  • Matthew will zu einem bestimmten Arbeitgeber
    Ich lege mich nicht so stark fest
  • Matthew holt sich massiv Hilfe von Profis
    Ich schaffe das auch ohne Hilfe – bis auf den Fotografen
  • Matthew versteckt sich hinter einem Bart
    Ich habe nichts zu verbergen
  • Matthew hat „10 Gründe“, ihn einzustellen
    Ich … – ok, Die Zahl 10 in meinen „guten Gründen“ habe ich von Ihm!
    (Und er hat seine „Top Ten Reasons“ von Letterman!)

 

 

Damit ist das Thema für mich erledigt!

Ich bin der neugierige Geek und schreibe hier so rum.
Im normalen Leben bin ich Experte für Marketingaufbau und B2B-Marketing, Start-up Enthusiast, Kickstarter-Backer und Investor.

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